Ehrenamt im öffentlichen Nahverkehr. Das klingt erst einmal unscheinbar. Busse und Bahnen fahren doch sowieso, oder? Aber: Ohne freiwilliges Engagement wäre der Alltag vieler Menschen oft ein ganzes Stück kälter, unpersönlicher und mitunter auch chaotischer.
Auch im Umfeld des öffentlichen Nahverkehrs gibt es verschiedene Angebote, wie ihr euch in eurer Region engagieren könnt. Etwa in Berlin bei Projekten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG); Dort unterstützen Ehrenamtliche zum Beispiel bei Mobilitätstrainings für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
Die Bahnhofsmissionen freuen sich ebenfalls immer über ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Und die Aufgaben sind unglaublich vielfältig: Unterstützung beim Ein- und Aussteigen für ältere Menschen, Schwangere, alleinreisende Elternteile mit ihren Kindern oder mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Personen. Auch ausländische Reisende, die sich im deutschen Bahnsystem nicht auskennen, sind dankbar für jemanden, der ruhig erklärt und Orientierung gibt.
Aber die Hilfe endet nicht am Bahnsteig. In den Aufenthaltsräumen werden hilfsbedürftige Menschen betreut, es werden Getränke ausgegeben, Auskünfte und Informationen weitergegeben. Gerade dort wird ständig Unterstützung benötigt.
Vor allem für Menschen, die bereits Erfahrungen im ÖPNV gesammelt haben, kann ein Ehrenamt in diesem Bereich eine sinnstiftende und naheliegende Möglichkeit sein, sich weiter zu engagieren. Eine wichtige Anlaufstelle ist beispielsweise das Zukunftsnetzwerk ÖPNV, das unter anderem Bürgerbusse sowie Bürgerrufautos und andere ehrenamtlich organisierte Fahrdienste unterstützt. Eine verpflichtende, spezielle Qualifizierung für ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer ist dabei in der Regel nicht vorgesehen. Dennoch existieren bei vielen bereits etablierten Fahrdiensten begleitende Angebote zur Weiterbildung. Dazu zählen etwa Seminare zur Verkehrssicherheit, Erste-Hilfe-Kurse oder auch Fahrtrainings, die auf die besonderen Anforderungen im Personenverkehr vorbereiten. Ob und in welchem Umfang solche Schulungen angeboten werden, entscheiden die jeweiligen Trägerorganisationen gemeinsam mit den Ehrenamtlichen. So bleibt Raum für flexible, bedarfsgerechte Lösungen, angepasst an die Vorkenntnisse und Wünsche der Engagierten. Informationen dazu könnt ihr auf der Website des Zukunftsnetzwerks unter https://www.zukunftsnetzwerk-oepnv.de/fachwissen/gemeinschaftsverkehre/fragen-antworten/ehrenamt finden.
Aber warum sollte man sich überhaupt im öffentlichen Nahverkehr ehrenamtlich engagieren? Ganz einfach: Weil Mobilität Teilhabe bedeutet. Wenn du selbstständig zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt kommst, gewinnst du Freiheit. Und wenn du anderen dabei helfen kannst, Barrieren abzubauen, sei es durch Erklärungen am Fahrkartenautomaten oder durch Begleitung des Aufenthalts am Bahnhof, dann ermöglichst du auch anderen Menschen ein Stück Freiheit.
Wenn du also Lust hast, dich einzubringen, schau dich in deiner Stadt um und informiere dich über mögliche Ehrenämter vor Ort. Verkehrsverbünde, Initiativen für barrierefreie Mobilität oder lokale Seniorenbüros suchen oft Unterstützer*innen. Denn Ehrenamt im öffentlichen Nahverkehr steht für gelebte Solidarität im Alltag und dafür, wie Mobilität Menschen verbinden kann.