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Du brauchst Ruhe im Zug? 5 Tipps, wenn du einfach nicht angesprochen werden möchtest

Ich bin erst seit ca. 1,5 Jahren regelmäßige Nutzerin von Bus und Bahn. Während ich früher nach einem Arbeitstag oder für berufliche Reisen ins Auto stieg und bestenfalls nur mit mir selbst sprechen musste, steige ich heute nach der Arbeit meistens in die U-Bahn und nutze für berufliche Reisen die Bahn. Zwar freue ich mich dann jedes Mal, dass ich dank meines Deutschlandtickets weder eine Tankstelle noch einen Fahrkartenautomaten frequentieren muss, gebe aber auch zu, dass mir häufig nicht mehr nach zwischenmenschlichen Interaktionen zumute ist und ich irgendwie nicht angesprochen werden möchte.

Daher hier, im Hinblick auf das persönliche Wohlbefinden, fünf Tipps, die sich auf alle möglicherweise nervigen Situationen in Bus und Bahn und auf individuelle Bedürfnisse anwenden lassen.

1. 😴 Powernap im Zug oder Ruhe und Schlaf während der Fahrt

Wenn der Tag stressig und die Nacht kurz war oder einfach nur der Wunsch nach Dunkelheit besteht: Schlafmaske aufsetzen, Wecker stellen und ein Powernap halten. Erholsamer, als man zunächst denken mag.

Funktioniert allerdings nur, wenn man einen Sitzplatz bekommt oder zu den glücklichen fünf Prozent der Menschheit gehört, die im Stehen schlafen können. (Unnützes Wissen mit wissenschaftlicher Evidenz: 100 % aller Pferde können im Stehen schlafen.)

2. 😎 Sonnenbrille, das vielleicht deutlichste Signal?

Für mich der absolute Allrounder. Eine Sonnenbrille in geschlossenen Räumen zu tragen, kann unterschiedliche Signale senden. Das wichtigste Signal: Sprich mich bitte nicht an. Funktioniert immer, auch wenn man keinen Sitzplatz bekommen hat.

Pro-Tipp: Verspiegelte Gläser, hinter denen man nach Belieben alle Emotionen durchleben kann. Vom Augendrehen bis zum Heulen.

3. 🎧 Kopfhörer aka den Alltag im Zug leise drehen

Mein zweitliebstes Reise-Accessoire. Ich liebe meine Over-Ears mit Noise-Cancelling aus exakt drei Gründen: Ich habe die Macht, meine akustische Umwelt temporär auszusperren, kann einen Podcast hören und mich dabei (im besten Fall) mit unnützem Wissen (siehe Tipp 1 / Pferde) weiterbilden und Over-Ears kaschieren jeden Bad-Hair-Day, alle Frisuren sieht damit gut aus.

4. Mit dem Baseball-Cap ungestört durch die Zugfahrt

Das Teil tut wirklich etwas für einen. Ein gut sitzendes Cap kaschiert nicht nur Augenringe und Geheimratsecken, sondern sendet, sofern tief in die Stirn gezogen, auch Vibes, die es deiner Umgebung schwer machen, mit dir ins Gespräch kommen zu wollen. Besonders praktisch: Man kann damit gleichzeitig die Spuren eines anstrengenden Tages kaschieren und ein dezentes „Bitte heute keine Gespräche“-Signal senden.

5. 🗞️ Stilvoller Klassiker für alle, die ihre Ruhe wollen: Die (richtige) Tageszeitung

Dieser Tipp ist eher ambivalent, denn ggf. provoziert man auch zwischenmenschliche Interaktionen, da das Risiko eingegangen wird, von interessierten Mitreisenden um den Sport- oder Wirtschaftsteil gebeten zu werden. Jedoch ist dann auch klar, dass die ansprechende Person zumindest die gleiche Vorliebe für (gute) Printmedien teilt wie man selbst.

Andererseits kann man sich wunderbar dahinter verstecken und Mitreisenden gelegentlich einen genervten Blick über den Zeitungsrand zuwerfen. Hierbei muss man allerdings eine gewisse Attitude und ausreichend Selbstbewusstsein mitbringen (Hinweis ist praxiserprobt).

Insider wissen: Wer mal Lust auf noch mehr Ruhe oder etwas Alltags-Luxus hat und gerne etwas in sich selbst investiert: In manchen Verbünden kannst du relativ günstig ein 1. Klasse Upgrade für deine Nahverkehrsfahrt buchen. Informiere dich am besten auf den entsprechenden Websites.

👻 Extra-Tipp: Beauty-Maske im Zug

Hier noch ein Tipp für alle, denen wirklich alles egal ist, außer dem Wunsch, die eigene Zeit effektiv zu nutzen: eine Beauty-Maske auflegen. Wer also gewillt ist, Blicke zu ertragen (oder sich sogar in diesen zu sonnen), steigt nach 15–20 Minuten mit gepflegter Gesichtshaut aus und kann den Rest des Tages mit einem strahlenden Teint punkten. Bei Bartträger:innen empfiehlt sich eine Lippenmaske. Diese hält besser und zeigt zusätzlich noch ziemlich plakativ, dass man gerade nicht in der Lage ist, zu sprechen oder zu reagieren.

Entspannt Zug fahren ohne ungewollten Smalltalk. Ist das überhaupt möglich? Natürlich gibt es Situationen, in denen man mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Manchmal ist das schön, manchmal hilfreich und manchmal einfach unvermeidbar. Aber gerade nach einem langen Arbeitstag darf man auch einfach mal seine Ruhe haben wollen.

Ob Sonnenbrille, Kopfhörer, Baseball-Cap, Tageszeitung oder Powernap: Die Möglichkeiten, während einer Zugfahrt ungestört zu bleiben, sind vielfältig und weit auslegbar. Shutdown befindet, bleibt immer noch die Beauty-Maske. In diesem Sinne wünschen wir euch allen eine entspannte Fahrt mit dem Deutschlandticket. 💖