Ich liebe Zugreisen in Gruppen. Den Grund dafür packe ich mir immer ins Reisegepäck: Kartenspiele. Ob zu zweit oder mit vielen Freunden auf dem Weg zum Messebesuch oder auf dem Weg in den Urlaub, ich möchte euch heute meine Geheimtipps für Zeitkiller auf euren Reisen mitgeben.
Kartenspiele haben gegenüber anderen Beschäftigungen im Zug ein paar entscheidende Vorteile: Sie sind platzsparend, denn obwohl bei mir zwar immer mindestens zwei Kartenspiele im Rucksack sind, nehmen sie deutlich weniger Platz weg, als jedes Buch. Der große Vorteil an einem ganz normalen Rommédeck liegt natürlich auf der Hand. Damit kann man eine schier unendliche Anzahl an unterschiedlichen Spielen beginnen. Daher ist dies immer mit dabei. Andererseits gibt es manche Spiele, die so Originell sind, dass man sie trotz allem zusätzlich mitschleppt. Zudem sind sie die beste Ablenkung für einen Digital Detox. Man spricht miteinander und lernt sich im besten Falle sogar noch etwas besser kennen. Es gibt im Übrigen keine noch so kurze Strecke, auf der sich eine Runde Karten nicht lohnt. Selbst auf längeren Strecken ist ein niedriger Akku kein Fallstrick, weil alle meine Empfehlungen komplett analog funktionieren. Mit Ausnahme eines Add-Ons.
Uno – funktioniert fast überall, auch mit Menschen, die eine andere Muttersprache haben, da das Spiel überall bekannt ist. Seid nur vorsichtig, denn regional und über Generationen hinweg gibt es verschiedenste Spielweisen mit komplett abgedrehten Regeln. Schon hier gilt die Regel „Rommé-Karten reichen aus, denn die Unoregeln lassen sich als Mau-Mau auf normale Karten übersetzen.
That's Not a Hat – Ein schnelles Bluff- und Merkspiel, bei dem reihum Karten mit Gegenständen weitergereicht werden – wer zuletzt behauptet hat, was der Gegenstand "ist", muss im Zweifel schummeln und bluffen, um nicht erwischt zu werden. Besonders empfehlenswert für absolute Spielmuffel, weil die einfachen Regeln, in unter einer Minute erklärt sind. Für lange Strecken fehlt etwas die taktische Tiefe.
Rommé – all-time-classic. Literarische Klassiker mögen langweilig sein, dem ist bei Spieleklassikern nicht so. Bestes Blatt, weil man es für alles andere benutzen kann und auch deine Oma und dein Opa kennen die Regeln und haben Lust mitzuspielen!
Wizard – womöglich hinsichtlich seiner Bekanntheit das Rommé der GenZ. Ein Stichspiel mit Vorhersage-Element, das für angeregte Diskussionen sorgt. Im Zug kann nur das Aufschreiben der Punkte auf einem Papierblock beschwerlich sein. Hierfür gibt es aber die Apps (Apple/Android). So können Stift und Block direkt daheim bleiben. Die App nimmt den „Protokollanten“ im Übrigen auch viel Denkarbeit ab 😉.
Die Siedler (Kartenspiel) – In jedem gutsortierten Spielsammlerregal steht eine der schweren, klobigen Siedlervarianten. Dabei gibt es eine handliche Kartenspielvariante, die dem Gedanken des echten Siedlers kaum nachsteht. Nur viel Platz zum Spielen braucht ihr dennoch. Deswegen lieber mit Tischen spielen. Das Beste: das Spiel macht zu zweit genauso viel Spaß, wie mit bis zu zwei weiteren Freunden.
6 nimmt! – Ein Klassiker unter den Kartenspielen, bei dem Zahlenkarten so ausgelegt werden, dass möglichst wenige Minuspunkte entstehen. Ebenso wie „Thats not a head“ ist das Spiel spätestens nach einer Testrunde erklärt, ihr braucht allerdings viel Platz für ausgelegte Kartenreihen. Viele S-Bahnen haben aber gar keine oder nur sehr kleine Tische, wodurch 6 nimmt! schnell unpraktisch wird. Im Regionalexpress mit festen Vierertischen eignen sich deutlich besser.
Cabo
Ein Gedächtnis- und Taktikspiel, bei dem man versucht, die eigenen Kartenwerte möglichst niedrig zu halten, ohne sie alle zu kennen. Ganz einfach mit Rommékarten ohne Joker spielbar. Achtung: Suchtfaktor für den Rest des Urlaubs! DIESES SPIEL hat unfassbare strategische Tiefe über mehrere begonnenen Spiele hinweg, weil sich auf Dauer Spielstile entwickeln und es für fast jeden Spielstil eine Art gibt, gut zu kontern. Langwierig kurzweilig also 😊 Hier könnt ihr die Spielregeln nachlesen.