Ich habe mich für euch auf eine kleine Mission begeben. Warum? Weil seit Wochen viele Menschen über die Preiserhöhung des Deutschlandtickets von 58 Euro auf 63 Euro schimpfen. Fünf Euro mehr das klingt im ersten Moment nach wenig, sorgt aber trotzdem für ordentlich Unmut. Ich wollte wissen: Ist die Kritik wirklich berechtigt? Und für wen lohnt sich das Ticket eigentlich noch?
Also habe ich die Preise für klassische Monatstickets in den 20 größten deutschen Städten recherchiert. Und ich gestehe: Selbst ich als ÖPNV Profi bin dabei an manchen Stellen ordentlich ins Schwitzen gekommen. Ganz ohne Ortskenntnisse und ohne tiefes Wissen über die jeweiligen Verkehrsverbünde ist es ein wahrer Kampf durch den Tarifdschungel. Vor allem der Ticketpreis für Bochum gibt mir Rätsel auf - ganz ehrlich, ich weiß bis heute nicht, wie viel ein Monatsticket dort genau kostet.
In der nachfolgenden Übersicht findet ihr die Ergebnisse meiner Recherche. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Recherche erfolgte im Januar 2026. Durch Tarifanpassungen sind jederzeit Änderungen möglich.
Bitte beachtet, dass sich die regionalen Abonnements nicht zu 100 Prozent mit dem Deutschlandticket vergleichen lassen. Hier und da gibt es Mitnahmeangebote für Kinder, Hunde oder Fahrräder oder anderweitige Vergünstigen seitens des Verbundes. Die Übersicht soll euch dennoch einen realistischen Eindruck davon vermitteln, was ein klassisches Monatsabo im Stadtverkehr kostet.
| Stadt | Abo (Preis pro Monat) | Verkehrsverbund | Abo |
| Nürnberg | 115,60 € | VGN | 31-Tage-MobiCard, Preistufe A |
| Köln | 114,50 € | VRS | MonatsTicket im Abo, Preisstufen 1b |
| Bonn | 114,50 € | VRS | MonatsTicket im Abo, Preisstufen 1b |
| Düsseldorf | 104,90 € | VRR | Ticket2000, Preisstufe A |
| Dortmund | 104,90 € | VRR | Ticket2000, Preisstufe A |
| Essen | 104,90 € | VRR | Ticket2000, Preisstufe A |
| Duisburg | 104,90 € | VRR | Ticket2000, Preisstufe A |
| Wuppertal | 104,90 € | VRR | Ticket2000, Preisstufe A |
| Mannheim | 103,90 € | VRN | Monatskarte, Stadttarif MA/LU |
| München | 95,80 € | MVV | Monatskarte Abo; Zonen M - 1 |
| Frankfurt a. M. | 93,15 € | RMV | Persönliche Jahreskarte für Erwachsene |
| Hamburg | 83,00 € | HVV | Monatsticket hvv Gesamtnetz |
| Berlin | 81,30 € | VBB | VBB-Umweltkarte Berlin AB |
| Stuttgart | 77,25 € | VVS | Abo/JahresTicket jedermann |
| Bielefeld | 75,70 € | WestfalenTarif | BielefeldABO |
| Hannover | 71,80 € | GVH | Monatskarte Abo, Preisstufe A |
| Dresden | 71,80 € | VVO | Abo-Monatskarte, Preisstufe A1 |
| Leipzig | 70,60 € | MDV | ABO Basis |
| Bremen | 68,90 € | VBN | MIA Mobil im Abo |
| Bochum | ? | VRR | Ticket2000 |
Schaut man sich diese Zahlen in Ruhe an, wird schnell klar: Es gibt keine deutsche Großstadt, in der man günstiger als mit dem Deutschlandticket für 63 Euro im Monat unterwegs ist. In vielen Städten kostet ein reines Stadt Abo inzwischen 30, 40 oder sogar über 50 Euro mehr als das Deutschlandticket und das ohne jegliche Nutzungsmöglichkeit über die Stadt oder Verbundgrenzen hinaus.
Besonders deutlich wird das in Städten wie Nürnberg, Köln oder München. Dort kostet ein klassisches Monatsabo fast das Doppelte des Deutschlandtickets. Selbst in vergleichsweise günstigen Städten wie Bremen, Leipzig oder Dresden liegt das regionale Abo über oder nur knapp unter der neuen 63 Euro Marke und gilt dann eben ausschließlich im jeweiligen Verbundgebiet.
Der Unmut vieler Kundinnen und Kunden ist dennoch verständlich. Preise steigen aktuell an vielen Stellen: Miete, Energie, Lebensmittel. Wenn dann auch noch ein beliebtes und stark genutztes Produkt wie das Deutschlandticket teurer wird, fühlt sich das schnell wie der nächste Schlag ins Portemonnaie an. Zumal sich das Ticket selbst auf den ersten Blick nicht verändert hat.
Was dabei jedoch oft untergeht: Die Kosten im öffentlichen Nahverkehr sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Energiepreise, höhere Löhne, steigende Instandhaltungs- und Fahrzeugkosten treffen auch Verkehrsunternehmen. Ohne zusätzliche Finanzierung müssten viele Städte ihre Ticketpreise noch deutlich stärker anheben oder Leistungen kürzen.
Ein wichtiger Punkt, der in der Debatte häufig vergessen wird: Wir als Deutschlandticket.de denken uns den Preis für das Deutschlandticket nicht selbst aus. Die Preisgestaltung ist eine politische Entscheidung. Bund und Länder finanzieren das Ticket gemeinsam und legen fest, wie hoch der monatliche Preis sein darf. Wir setzen diese Vorgaben lediglich um.
Trotz Preiserhöhung bleibt das Deutschlandticket ein echtes Ausnahmemodell. Für 63 Euro im Monat könnt ihr bundesweit alle Busse, Straßenbahnen, U Bahnen, S Bahnen und Regionalzüge nutzen unabhängig von Tarifzonen, Verkehrsverbünden oder Stadtgrenzen. Dazu kommt die monatliche Kündbarkeit und die enorme Zeitersparnis: Kein Tarifvergleich, kein Zonenrechnen, kein Blick in komplizierte Netzpläne. Nach Stunden des Scrollens ist für mich genau das der größte Vorteil: Das Deutschlandticket nimmt euch die Recherche im Tarifdschungel komplett ab.
Wer die realen ÖPNV Kosten vergleicht, merkt schnell: Das Deutschlandticket für 63 Euro ist trotz Preiserhöhung ein echtes Schnäppchen. Es macht das Leben im Nahverkehr einfacher, spart Geld und bietet maximale Flexibilität. Wer bisher gezögert hat, sollte das Monatsticket Deutschland unbedingt ausprobieren.