Die Sommerferien stehen vor der Tür. Damit beginnt für viele Familien wieder diese besondere Mischung aus Vorfreude, Freizeitplanung und spontanen Ideen. Heute Freibad, morgen ein Ausflug in die nächste Stadt, am Wochenende vielleicht zu Oma und Opa. Gerade mit Kindern entstehen die schönsten Ferientage oft ziemlich ungeplant.
Für viele Eltern beginnt jetzt wieder die große Ferienlogistik: Wer arbeitet wann? Wo geht es übers Wochenende hin? Welche Tagesausflüge retten verregnete Nachmittage? Und wie bekommt man Kinder möglichst unkompliziert von A nach B, ohne jedes Mal einen halben Tarifkurs im öffentlichen Nahverkehr absolvieren zu müssen?
Umso praktischer wirkt da auf den ersten Blick das Schüler-Deutschlandticket: einmal einsteigen und losfahren. Oder?
Ganz so einfach ist es leider nicht immer.
Denn was viele Eltern nicht wissen: Nicht jedes Schüler-Deutschlandticket gilt automatisch auch in den Sommerferien.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Eltern im Ferienmodus verständlicherweise lieber andere Dinge tun würden, als Tarifbedingungen zu lesen. Doch an dieser Stelle zeigt sich ein kurzer, dennoch wichtiger Unterschied.
Das reguläre Deutschlandticket gilt zu jeder Zeit im bundesweiten, also auch während der Ferien. Wer es nutzt, kann flexibel Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, Regionalbahnen und viele weitere Nahverkehrsangebote in ganz Deutschland nutzen.
Anders sieht es teilweise bei regional organisierten Schüler-Deutschlandtickets aus. Diese werden vielerorts über Landkreise, Verkehrsverbünde oder Schulen finanziert und dienen in erster Linie dem Schulweg. Je nach Region können deshalb andere Regeln gelten – insbesondere in den Sommerferien. Besonders bei regional finanzierten Modellen lohnt sich deshalb ein genauer Blick in die Bedingungen des jeweiligen Verkehrsverbunds.
Denn nichts sorgt für schlechte Ferienlaune wie der Moment, in dem am Bahnsteig plötzlich auffällt: „Moment mal, gilt das Ticket überhaupt?“
Die gute Nachricht: Meist lässt sich das relativ schnell herausfinden. Die erste Anlaufstelle ist fast immer der zuständige Verkehrsverbund, über den das Ticket läuft. Informationen finden sich häufig:
Schulen, Schulträger oder Landratsämter können ebenfalls Auskunft geben. Besonders dann, wenn das Ticket über die Schule organisiert oder bezuschusst wird.
Eine einfache Faustregel hilft oft weiter: Je stärker ein Ticket an Schule oder Landkreis gekoppelt ist, desto genauer lohnt sich ein Blick auf die Ferienregelungen.
Wer Kinder hat, weiß: Ferien laufen selten nach Plan.
Ein verregneter Nachmittag? Also spontan ins Museum. Unerwartet Sonne? Schnell an den See. Freunde in der Nachbarstadt treffen? Warum nicht. Gerade diese spontane Mobilität macht den Reiz der Sommerferien aus.
Denn mal ganz ehrlich, wollt ihr vor dem nächsten Ausflug erst Tarifzonen vergleichen oder spontan Einzelfahrscheine organisieren. Noch weniger beliebt sind Diskussionen am Bahnsteig darüber, warum das vermeintlich gültige Ticket plötzlich doch nicht funktioniert.
Das reguläre Deutschlandticket macht spontane Fahrten im Nahverkehr besonders einfach, weil keine zusätzlichen Tickets gekauft oder Tarifgrenzen beachtet werden müssen. Informationen rund um das reguläre Deutschlandticket finden Eltern auf deutschlandticket.de.
Denn wenn in den Ferien ohnehin ständig improvisiert wird, darf wenigstens der Weg unkompliziert sein.
Das hängt vom jeweiligen Verkehrsverbund ab. Manche Schüler-Deutschlandtickets gelten auch in den Ferien, andere sind an Schulzeiten gekoppelt.
Am besten direkt beim Verkehrsverbund, auf der Website des Anbieters, über die Schule oder den zuständigen Schulträger beziehungsweise Landkreis.
Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos und benötigen kein eigenes Ticket. Ab sechs Jahren braucht jedes Kind grundsätzlich eine eigene Fahrkarte. Die kostenlose Mitnahme von Personen ist mit dem Deutschlandticket nicht möglich.
Kinder ab sechs Jahren benötigen in der Regel ein eigenes Deutschlandticket zum regulären Preis von 63 Euro.
Das Ticket kann direkt auf Deutschlandticket.de bestellt werden. Wichtig: Als reisende Person wird das Kind angegeben und Aboinhaber ist ein Elternteil. Bei Kontrollen sollte das Kind einen Schülerausweis oder einen anderen Ausweis dabeihaben.
Ja, allerdings sollte man die Kündigungsfrist beachten. Das Deutschlandticket ist ein monatlich kündbares Abo und verlängert sich automatisch. Wer das Ticket nur für die Ferienzeit nutzen möchte, sollte rechtzeitig kündigen.
Ja. Das reguläre Deutschlandticket kann bundesweit im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden.
Gerade bei mehreren Ausflügen oder spontanen Fahrten kann es eine praktische und unkomplizierte Lösung sein.